9 Was ist USB Typ C?

Das MacBook mit 12-Zoll-Retina-Display war 2015 der Vorreiter: USB Typ C ist neben einem Kopfhöreranschluss die einzige Schnittstelle. Nicht einmal einen eigenen Stromanschluss à la Apples MagSafe gibt es mehr. Was hat es damit auf sich?

USB Typ C ist die inzwischen dritte Generation des USB-Steckers und soll vieles besser machen. So ist er beispielsweise so kompakt wie Micro-USB Typ B, den viele von Smartphones und Tablets außerhalb der Apple-Welt kennen werden. Zudem ist es egal, wie herum man ihn hereinsteckt – das hat er mit Apples Lightning gemein.

Es geht aber nicht nur um Bequemlichkeit. In Zusammenspiel unter anderem mit dem neuesten USB-Standard 3.1 kann der neue Stecker einige faszinierende neue Anwendungen ermöglichen. Apples Retina-MacBook ist da schon ein gutes Beispiel: Derselbe Anschluss versorgt das Notebook mit Strom, man kann aber hier ebenfalls externe Geräte wie Festplatten und Drucker anschließen oder auch ein Display. Das neue USB kann deutlich mehr Strom liefern als bisher. Mit einem passenden Hub lässt sich aus der einen Schnittstelle zudem eine ganze Reihe von Schnittstellen machen. Spannend wird das vor allem in Kombination mit einem Controller für Thunderbolt 3.0. Gut möglich, dass wir das dieses Jahr bei den neuen MacBook Pros sehen werden. Das 12-Zoll-MacBook kann es hingegen nicht.

2015 war USB Typ C noch ein Exot. Das hat sich spätestens mit der Elektronikmesse CES Anfang 2016 ein wenig geändert. Hersteller zeigten hier nicht nur Notebooks, Tablets und Smartphones mit diesem Anschluss, sondern auch Zubehör. Asus beispielsweise präsentierte ein externes Display für den mobilen Einsatz: Es wird über das USB-Kabel sowohl mit Strom als auch den Bildinformationen versorgt.

Kurzum: USB 3.1 und USB Typ C können im Zusammenspiel viele bisherige Schnittstellen und Kabel überflüssig machen. Anstatt für verschiedene Anwendungen wie externe Displays, Peripherie, Ethernet oder Stromversorgung je einen Anschluss und unterschiedliche Kabel zu haben, wird alles an einer Stelle vereint.

Allerdings muss man als Käufer genau hinschauen, denn USB Typ C ist wie hier beschrieben erst einmal nur eine Anschlussform. Es sagt nichts darüber aus, was der Anschluss kann.

2016 – das Jahr von USB Typ C bei Apple?

Zum Schluss ein Wort der Warnung: Es ist gut möglich, dass Apple diese Schnittstelle im Verlaufe des Jahres 2016 im großen Stil in seine Modellpalette integriert – vor allem eben bei den Notebooks. Manche werden sich darüber freuen. Andere werden mit Grauen daran denken, dass dann zahlreiche Adapter notwendig werden.

Ich gehe nicht davon aus, dass die MacBook Pros ebenso wie das 12-Zoll-MacBook nur noch eine einzige Schnittstelle haben werden. Aber es ist gut möglich, dass Apple auf einige ältere Schnittstellen verzichten wird oder sogar ganz auf (mehrere) USB Typ C umstellt. Wem diese Aussicht nicht schmeckt und einen Laptop-Kauf plant, sollte also die Augen offen halten oder einfach zuschlagen.

Diese Empfehlung gebe ich logischerweise unter Vorbehalt. Ich habe keine Einblicke in Apples Pläne, sondern gebe nur eine Einschätzung aus meinen bisherigen Erfahrungen mit Apple ab.

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