3 MacBook (12 Zoll, Retina-Display)

Das 2015 erstmals gezeigte MacBook ist Apples neues Vorzeigemodell und löst in dieser Rolle die Air-Reihe ab. Es schafft dabei einen erstaunlichen Spagat: Es ist noch einmal kompakter und leichter als das 11-Zoll-Air, bietet aber nahezu die Bildschirmfläche des 13-Zoll-Air. Dank der hohen Auflösung von 2304 x 1440 Pixeln ist es dem 13er sogar überlegen: Man kann beim Retina-Display die Darstellung so ändern, dass mehr Inhalt auf den Bildschirm passt. Man muss dann nur damit leben, dass alles etwas kleiner wird.

Nicht zuletzt kommt es ohne Lüfter aus. Letztlich habe ich den Eindruck: Noch nie war ein MacBook von der Bauform her so dicht am iPad. Und viel weglassen kann Apple auch nicht mehr. Eher im Gegenteil: So mancher Kunde wünscht sich, Apple würde wieder etwas hinzufügen – mehr Anschlüsse beispielsweise. Aber dazu gleich mehr.

Der Chip im Innern ist schwächer als in anderen Apple Laptops. Das MacBook ist zwar noch immer flott, aber man wird es sich nicht für Videoschnitt anschaffen. Ich erwarte, dass das MacBook hier in den nächsten Jahren noch deutliche Sprünge nach vorn machen wird. Das war bei der zweiten Generation 2016 auch schon der Fall Trotzdem erwarte ich nicht, dass das MacBook jemals zu den Pros aufschließt – schon gar nicht zum 15er Pro. Aber das ist auch überhaupt nicht notwendig.

Ein anderer Pferdefuß des MacBook: Es gibt nur einen einzigen Anschluss nach dem sehr jungen „USB Typ C“-Standard. Größter Nachteil: Er dient nicht nur dazu, externe Geräte anzuschließen (Laufwerke, Monitor etc.), sondern zugleich als Stromanschluss. Apples magnetischer Stromanschluss „MagSafe“ ist hier zugleich nicht mehr zu finden.

Dieser radikale Minimalismus bei den Anschlüssen hat viele Kommentatoren sehr erstaunt. Allerdings stelle ich bei mir selbst fest: Ich schließe nur noch selten etwas an mein Laptop an. Fast alles funktioniert heute drahtlos. Und wenn ich etwas anschließe, dann ist das vorübergehend – wie meine Digitalkamera beispielsweise. So oder so ist es aber wichtig, sich darüber vor dem Kauf sehr genau klar zu werden. Wer unbedingt das MacBook will und mehr Anschlüsse braucht, muss dann mit einem entsprechenden Hub als Zubehör leben. Und wer häufig externe Geräte anschließt, wird außerdem in teilweise teure Adapter investieren müssen – hier unbedingt vor dem Kauf informieren!

Die Tastatur unterscheidet sich spürbar von der in den Airs und Pros. Die einzelnen Tasten haben nur einen sehr kurzen Anschlag. Es ist sicherlich Gewöhnungssache. Aber es könnte für den einen oder anderen auch ein Ausschlusskriterium sein.

Und dann ist da natürlich der Preis: Wer das Neueste und Tollste von Apple haben will, zahlt oftmals einen Aufpreis. So ist das auch hier – zumindest auf den ersten Blick. Mehr dazu weiter unten.

Neuerungen beim Modelljahrgang 2016

Ende April 2016 hat Apple eine neue Version des MacBook vorgestellt. Es hört intern auf den Namen „Early 2016“. Wer auf einen weiteren Anschluss hoffte, wurde enttäuscht und auch ein Upgrade auf Thunderbolt 3 für die USB-C-Schnittstelle blieb aus (mehr zum Thema im Kapitel über USB-C). Äußerlich ist das neue MacBook exakt gleich zum Vorgänger. Allein die Farboption „Roségold“ kam hinzu.

Im Innern finden sich Komponenten mit besserer Performance. CPU, Grafik und auch die Speicherchips sind alle schneller geworden. Zugleich hat das MacBook eine Stunde an versprochener Akkuleistung gewonnen und wird nun mit 10 Stunden angegeben.

Die Preise blieben gleich. Ein Einstiegsmodell mit geringerer Ausstattung gibt es also weiterhin nicht.

Preise

Das MacBook bekommt man ab 1.449 Euro. Das ist viel Geld, aber dafür sind hier bereits 8 GB RAM und 256 GB Flashspeicher enthalten. Rüstet man die Airs auf die gleichen Werte auf, landet man dort bei 1.369 (11 Zoll) oder 1.349 Euro (13 Zoll). Für rund 100 Euro mehr bekommt man beim MacBook zusätzlich das Retina-Display und ein Force-Touch-Trackpad. Beides ist bei den Airs auch gegen Geld nicht zu haben.

Für satte 1.799 Euro gibt es außerdem eine Luxus-Variante des MacBook mit einer geringfügig schnelleren CPU und 512 GB Flashspeicher.  Alles andere ist exakt gleich. Nicht zuletzt kann man beide Modelle optional mit einer noch schnelleren CPU bestellen. Wer möglichst viel Geld ausgeben will, kann für ein MacBook dann am Ende 1.979 Euro hinlegen – wow. Für sinnvoll halte ich das nicht.

Auf einen Blick

Vorteile:

  • Extrem leicht und dünn
  • Leise da ohne Lüfter und ohne Festplatte
  • Das Neueste vom Neuesten: Retina-Display, Force Touch Trackpad, USB Typ C

Nachteile:

  • Geringste Performance aller Apple-Laptops
  • Hoher Einstiegspreis
  • Radikaler Verzicht auf Anschlüsse
  • Manche Nutzer werden zusätzlich einen externen Hub und/oder Adapter benötigen
  • Gewöhnungsbedürftige Tastatur

Fazit

Das neue MacBook ist perfekt für alle, die ein leichtes und schlankes Gerät für unterwegs und zwischendurch suchen. Bezieht man mit ein, dass es 8 GB RAM und 256 GB Flashspeicher mitbringt, ist der Preis von 1.449 Euro zumindest innerhalb von Apples Modellpalette in Ordnung. Im Vergleich zu den Airs verzichtet man vor allem bei der CPU- und Grafikperformance, alles andere ist besser.

Wenn die CPU- und Grafikperformance für Sie entscheidend sind, sollten Sie allerdings nicht zu den Airs greifen, sondern sich gleich das 13-Zoll-MacBook-Pro ansehen. Das gibt es ebenfalls ab 1.449 Euro, wobei darin nur 128 GB Flashspeicher enthalten sind. 256 GB gibt es ab 1.649 Euro. Anders gesagt: Wer 200 Euro auf den Preis des kleinsten MacBooks drauflegt, bekommt ein 13er MacBook Pro mit erheblich mehr Leistung, mehr Anschlüssen und einem größeren Display. Dafür ist das 12-Zoll-MacBook aber auch spürbar kompakter und leichter.

Entscheidungen, Entscheidungen…

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