1 Apples Laptops 2015/2016

Dieser Abschnitt charakterisiert grundsätzlich die MacBook-Familie und geht dann auf die Besonderheiten des aktuellen Modelljahrgangs ein.

Die generellen Stärken und Schwächen der MacBooks

Will man Apples Laptops einordnen, fallen einem eine Reihe positiver Eigenschaften ein:

  • Hochwertige Anmutung (Materialien, Verarbeitung)
  • Oftmals ultraportabel oder zumindest betont dünn und leicht
  • Lange Akkulaufzeiten
  • Ausgezeichnete Touchpads
  • Serviceangebote in den Apple Stores
  • Geringer Wertverlust

Wer zudem bereits ein iPhone, iPad oder Apple TV hat, wird mit noch mehr Bequemlichkeit belohnt. Apples Geräte arbeiten von Jahr zu Jahr besser zusammen.

Auf der negativen Seite finden sich ebenfalls einige Punkte:

  • Hohe Einstiegspreise
  • Begrenzte Modellpalette
  • Kaum noch manuell aufrüstbar
  • Teure Aufpreise für bessere Ausstattung

Hier macht sich zugleich der meiner Meinung nach größte Nachteil der MacBooks bemerkbar: Es gibt sie eben nur von Apple. Auf der einen Seite ist das der Grund für einige der Stärken: Betriebssystem, Software und Hardware arbeiten gerade deshalb so wunderbar zusammen. Auf der anderen Seite ist man als Kunde davon abhängig, wie Apple seine Produkte gestaltet. Zum Problem wird dann nicht zuletzt, welche Produkte Apple eben nicht auf den Markt bringt. Wer beispielsweise ein 15-Zoll-Laptop möchte, muss zugleich die beste Performance aller MacBooks mitbezahlen. Und selbst Apples „Einsteiger“-Angebote sind preislich weit über dem positioniert, was andere Hersteller anbieten.

Das soll nicht bedeuten, dass Apples Laptops nicht konkurrenzfähig wären. Die MacBook Airs beispielsweise waren die letzten Jahre ein sehr gutes Angebot, wenn man sie mit ebenbürtig ausgestatteten Konkurrenten verglichen hat. Aber es gibt nun einmal keine Möglichkeit, auf Ausstattungsdetails zu verzichten, um den Preis zu senken.

Unter 999 Euro gibt es ein Apple-Laptop nur auf dem Gebrauchtmarkt. Eine Alternative können „refurbished“ Modelle sein: Das sind gebrauchte Geräte, die mit neuer Garantie direkt von Apple kommen. Hier muss man nur aufpassen, dass man sich kein Modell unterjubeln lässt, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Besonderheiten der Modellpalette 2015/2016

Schauen wir uns einmal den aktuellen Stand der Dinge in Apples Modellpalette an. Die ist im Jahrgang 2015/2016 weiterhin im Umbruch. Während sich am Design nur gelegentlich etwas ändert (und auch dann nur gemäßigt), ist technisch gesehen der Wandel die Norm.

Flash-Speicher

Die MacBook Airs waren die ersten, die von den iPads und iPhones gelernt haben. So haben sie zum Beispiel als erste Apple-Laptops auf Flash-Speicher und nicht mehr auf Festplatten gesetzt. Ein Vorteil: Flash-Speicher ist in der Regel sehr viel schneller. Er ist zudem leiser, weniger empfindlich und zudem normalerweise stromsparend. Das sind alles Dinge, die in einem Laptop sehr gefragt sind. Aber auch an anderer Stelle haben die Laptops von den Tablets und Smartphones aus gleichem Hause gelernt und das leider nicht immer zum Vorteil der Kunden.

Aufrüsten

Ein Nachteil: Man kann den Speicherplatz eines MacBooks nicht mehr so einfach aufrüsten wie früher. Genau genommen ist es nur noch theoretisch möglich. Wer also früher nach zwei, drei Jahren die alte Festplatte gegen ein größeres und schnelleres Modell ausgetauscht hat, muss nun umdenken und von Anfang an mit dem Platz planen, der langfristig benötigt wird. Zudem lässt sich Apple die größeren Flash-Speicher fürstlich bezahlen. Dazu kommen wir später noch.

Darüber hinaus sind die Akkus nun fest verbaut und selbst der Arbeitsspeicher (RAM) lässt sich nicht mehr so ohne Weiteres austauschen und aufrüsten.

Alles in allem werden die Laptops immer mehr zu integrierten Geräten, an denen man nicht mehr „schraubt“. Für viele Nutzer wird das in der Praxis kaum eine Rolle spielen, da nur eine bestimmte Zielgruppe überhaupt selbst ihr Gerät aufgerüstet hat. Größtes Problem ist, dass nun selbst Händler kaum noch bessere Angebote machen können als Apple. Das war in früheren Jahren anders.

Eine wichtige Rolle spielt das natürlich auch beim Gebrauchtkauf. Zum einen lässt sich ein älteres Modell eben nicht mehr so einfach auf einen aktuelleren Stand bei RAM und Festspeicher bringen. Zum anderen werden auch Reparaturen problematischer: Machte früher die Festplatte schlapp, konnte man sich eine neue kaufen. Im Grunde musste man nur auf Anschluss und Bauhöhe achten. Wer wollte, tauschte sie selbst aus. Alles das gehört nun weitgehend der Vergangenheit an.

Retina-Displays

Weiterer Trend in Apples Laptop-Modellpalette: Die hochauflösenden Retina-Displays. Das iPhone 4 hatte das 2010 gestartet. Apple erhöhte die Auflösung des Bildschirms dafür so weit, dass man aus einer „üblichen Entfernung“ keine einzelnen Pixel mehr erkennen kann. Stattdessen ist alles wunderbar scharf. Diese Displays hielten später bei den iPads und letztlich bei den MacBooks Einzug. Die ersten Laptop-Modelle hatten dabei bisweilen spürbar Mühe, diese vielen Pixel gleichzeitig zu handhaben. Das ist inzwischen im Alltag nicht mehr der Fall. Nur wer beispielsweise zusätzliche hochauflösende Displays betreiben will, könnte bei bestimmten Einstellungen einmal ein Stottern beim Scrollen oder ähnliche Effekte sehen.

Die Retina-Displays haben neben dem scharfen Bild bei den Laptops einen weiteren Vorteil, den ich in der Praxis sogar noch wichtiger finde: Man hat mehr Auswahl, wie viel auf dem Display zu sehen ist. Schon früher konnte man eine geringere Auflösung wählen, damit alles auf dem Bildschirm größer erscheint. Jetzt kann man aber auch eine höhere „scheinbare“ Auflösung wählen: Dann wird zwar alles etwas kleiner, aber man gewinnt mehr Platz. Trotzdem bleibt das Bild akzeptabel scharf.

Force-Touch

Force-Touch ist bei Apple aktuell der letzte Schrei: Der „Klick“ des Touchpads ist nur noch simuliert. Es gibt keinen Schalter mehr, stattdessen messen Sensoren den Druck, den der Nutzer ausübt, und entscheiden dann, ob geklickt wurde oder nicht. Ein Vorteil: Apple kann via Software verändern, wie das Touchpad reagiert. So gibt es bei den MacBooks mit dieser neuen Technik beispielsweise zwei Klickpunkte mit unterschiedlichen Aufgaben. Zudem kann man in den Systemeinstellungen festlegen, wie fein das Touchpad reagieren soll. Und nicht zuletzt kann das MacBook den Druck messen und für die Bedienung einsetzen: So reagiert beispielsweise die Vorlauftaste des QuickTime-Players darauf, wie stark man sie „drückt“.

Alles in allem finde ich Force Touch persönlich interessant, aber aktuell auf den Laptops nicht weltbewegend. Es kommt stark darauf an, dass die Entwickler anderer Software es ebenfalls sinnvoll in ihre Programme integrieren, was nach meinem Eindruck bislang kaum geschieht. Manche Benutzer haben zudem durchaus Probleme mit dem simulierten Klick: Nicht immer erkennt die Software korrekt, ob der Nutzer klicken wollte oder nicht. In diesem Fall kann ich empfehlen, mit der schon erwähnten Option in den Systemeinstellungen zu experimentieren.

Es ist unter Experten jedenfalls durchaus umstritten, inwiefern ForceTouch tatsächlich einen Fortschritt darstellt. Eine Wahl bleibt den Kunden aber sowieso nicht.

Anschlüsse, USB Typ C

Nicht zuletzt tut sich wieder etwas bei den Anschlüssen – für langjährige Apple-Nutzer bereits ein „running gag“, den manche nicht besonders witzig finden werden. So hatte praktisch jedes meiner MacBooks in den letzten Jahren einen anderen Anschluss für externe Monitore. Da lästerte schon so mancher, Apple sei hauptsächlich Adapter-Hersteller, der nebenbei Computer baut…

Nun ist jedenfalls USB Typ C angesagt: Dieser Universalanschluss dient beim neuen 12-Zoll-MacBook als einzige kabelgebundene Verbindung nach außen und zugleich als Stromanschluss. Hier verzichtet Apple also auf seinen sehr nützlichen magnetischen „MagSafe“: Der trennt sich vom Laptop, wenn jemand über das Kabel stolpert. Die MacBook Pros des Modelljahrgangs 2015 haben ihn hingegen behalten und auch kein USB Typ C bekommen. Ebenso ist die Lage bei den MacBook Airs. Gerüchte besagen, dass die neuen Pros allein auf mehrere USB-C-Anschlüsse setzen werden.

Zusammenfassung

Extrem schneller Flash-Speicher, hochauflösende Displays sowie „Force Touch“-Trackpads sind aktuell der letzte Schrei bei Apples Laptops. USB Typ C hält nur beim MacBook mit 12-Zoll-Retina-Display Einzug – weitere Zukunft noch ungewiss. Für den Nutzer relevant sind hier derzeit vor allem Flash-Speicher und die Displays, während Force Touch und USB Typ C in Zukunft wichtiger werden könnten.

Schauen wir uns jetzt einmal die Modellreihen im Einzelnen an.

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